Der Pfand macht's. 

Wer sich am deutschen Einwegpfandsystem beteiligt, trägt zum Umweltschutz bei. Das deutsche Einwegpfandsystem trägt auch dazu bei, die in der EU-Kunststoffprodukte-Richtlinie, verankerte Zielsetzung, bis zum Jahr 2029 rund 90 Prozent aller Einweg-Kunststoffflaschen getrennt zu sammeln und in funktionierende Kreislaufsysteme zu integrieren, umzusetzen. Darüber hinaus sollen schon ab 2025 alle PET-Einweg-Getränkeflaschen zu mindestens 25 Prozent aus Rezyklaten, also recycelten Kunststoffen, hergestellt werden. Das gelingt nur mit gut organisierten Rücknahmesystemen, denn nicht zurückgeführte leere Einweggetränkeverpackungen sind für die Einspeisung in den Wertstoffkreislauf vielfach verloren.

Ökonomie und Ökologie.

Dass sich Umwelt- und Wirtschaftsinteressen nicht ausschließen, sondern gegenseitig befruchten können, ist weithin anerkannt. Auch die Idee von einer erweiterten Herstellerverantwortung – Anfang der 1990er erstmalig in Schweden formuliert (wo übrigens auch die ersten Rücknahmeautomaten für Getränkeverpackungen aufgestellt wurden) – ist inzwischen ein globaler Anspruch und hat sich auch in der europäischen Gesetzgebung fest verankert. In Deutschland wurde mit der Verpackungsverordnung von 1991 ein erstes verbindliches Regelwerk geschaffen, das auf Produzentenverantwortung setzte und in der Folge das Kreislaufwirtschaftsgesetz von 1994 sowie alle folgenden Verordnungen und Gesetze – zuletzt das Verpackungsgesetz von 2019 – begründete.

Einweg oder Mehrweg?

Bis heute wird über die Vor- und Nachteile der beiden parallel arbeitenden Pfand- und Rücklaufsysteme in Deutschland diskutiert. Unbestritten bleibt: Beide Systeme leisten einen gewichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung und -verwertung und in beiden Systemen stärkt die Pfandpflicht das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert wiederverwendbarer und wiederverwertbarer Materialressourcen. In der Summe ergänzen sie einander.  Aus Umweltsicht muss gleichermaßen für beide Systeme eine stete Hinterfragung und Optimierung der eingesetzten Ressourcen das Ziel bleiben.

Akzeptanz schafft Fakten.

Insgesamt ist die Akzeptanz gegenüber pfandpflichtigen Einwegprodukten – insbesondere hinsichtlich der PET-Flasche – deutlich gestiegen. Während ihr Anteil am Gesamtmarkt bei Einführung des Pfandsystems bei nur 20 Prozent lag, wurden 2018 schon über die Hälfte aller pfandpflichtigen Getränke (52,2 %) in den leichten PET-Flaschen (Polyethylenerephthalat) gehandelt. Heute sind es bereits 86,6 Prozent. Aber das engmaschige Netz regionaler Zählzentren und Rücknahmeautomaten sowie die direkte Anbindung an Recycling-Prozesse können durch die Rückgabe leerer Einweggetränkeverpackungen hocheffiziente Kreisläufe realisiert werden. Damit lassen sich auch der Rohölverbrauch und die CO2-Emissionen reduzieren. Erfahren Sie hier (S. 64 ff.) mehr zu diesen Themen.

Begehrte Wertstoffe. 

Einweggetränkeverpackungen aus Metall oder PET aus dem DPG-System können durch Pfandautomaten nahezu sortenrein gesammelt, mit geringem Aufwand recycelt und erneut beispielsweise für die Herstellung von (Lebensmittel-) Verpackungen eingesetzt werden. Der Wechsel von der linearen in die Kreislaufwirtschaft nutzt der Umwelt und wird auch wirtschaftlich immer interessanter. Von den rund 18 Milliarden pfandpflichtigen Flaschen, die 2019 in Deutschland verbraucht wurden, ging ein Großteil zurück in den Wertstoffkreislauf – Deutschland erreicht hier Spitzenwerte in Europa und weltweit.

Geschlossene Kreisläufe.

Der sortenrein recycelte PET-Flaschenkörper, kurz rPET, erreicht höchste Qualitätsstandards (Food Grade) und kann in allen Bereichen der stark beauflagten Lebensmittelverpackung als so genannter „Schnelldreher“ erneut eingesetzt werden. Damit wird PET zu einem hochinteressanten Kreislaufgut. Denn je höher der Anteil des Rezyklats bei einem „neu“ hergestellten Getränkebehälter, desto besser seine Ökobilanz. Gelingt es also, den Wertstoff PET möglichst lange im Kreislaufsystem der Lebensmittelindustrie zu halten, verwandelt sich das PET-Einwegpfandsystem de facto in ein System der Mehrfachnutzung.

Wussten Sie schon?

Im Jahr 2019 wurde in Deutschland 467,4 Kilotonnen (kt) PET-Getränkeverpackungen verbraucht. Davon sind 44,2 kt unbepfandet (9,5%), 406,1 kt als Einweggetränkeverpackung befandet (86,6%) und 17,1 kt als Mehrwegverpackung ausgelegt (3,6%). Weitere Informationen finden Sie hier.

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Markt der Getränkeverpackungen
Kunststoffe als wertvolle Ressource

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