Wissenwertes
20-jähriges DPG-Jubiläum: EU-Kommission und Bundesumweltministerium würdigen Erfolg des deutschen Einwegpfandsystems

Berlin/19. Juni 2026. Das DPG-Pfandsystem feiert Jubiläum und zieht zwanzig Jahre nach seiner Einführung eine durchweg positive Bilanz. Anlässlich der Jubiläumsfeier in Berlin am 17. Juni 2026 haben EU-Kommission und Bundesministerium die Bedeutung des Deutschen Pfandsystems für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft hervorgehoben. Diese belegen auch die Fakten: Die Rückgabe von Getränkeverpackungen mit Einwegpfand ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland längst selbstverständlich geworden. Rücklaufquoten von 96 % und mehr zeigen die hohe Akzeptanz und Verlässlichkeit im Alltag. Rund 20 Milliarden Verpackungen werden jährlich der Kreislaufwirtschaft zugeführt. Wertvolle Materialien bleiben erhalten und können wieder für neue Produkte eingesetzt werden.
Das Deutsche Einwegpfandsystem ist eine Erfolgsgeschichte, die durch den Schulterschluss von Handel und Getränkeindustrie zusammen mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland möglich wurde. Seit Mai 2006 gibt es das bundesweit tätige, einheitliche DPG-Pfandsystem für Einweggetränkeverpackungen. Ein Jahr zuvor bereits hatten Handel und Getränkeindustrie gemeinsam die Deutsche Pfandsystem GmbH (DPG) gegründet und damit die Herausforderung angenommen, die sich aus der bereits 2003 beschlossenen Pfandpflicht und der erweiterten Rücknahmepflicht für Einweggetränkeverpackungen zum 1. Mai 2006 im Getränkemarkt ergab. Ziel war es, ein einheitliches, leistungsfähiges, aber zugleich schlankes Pfandsystem aufzubauen, das alle Marktteilnehmer angemessen und mit ihren Stärken beteiligt.
In ihrer digitalen Grußbotschaft zum Jubiläum lobte Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt, Resiliente Wasserversorgung und wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft die hohen Rücklaufquoten des DPG-Pfandsystems als ein Vorbild für den Rest Europas und sagte1:
„Seit 20 Jahren werden die Menschen in Deutschland von der Idee des Kreislaufs geleitet. Alle Verpackungen – ob Glasflaschen, Plastikflaschen oder Aluminiumdosen – sollen dem Recycling zugeführt werden, um die Effizienz zu steigern, den Müll zu reduzieren und die Umwelt zu schützen. Dies ist zu einem festen Bestandteil des Lebens in deutschen Städten, Dörfern und Gemeinden geworden.“
Das DPG-Pfandsystem zeige, wie ein gut funktionierendes Pfand- und Rückgabesystem sowohl wirtschaftliche Chancen als auch ökologischen Mehrwert bieten könne.
Auch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit würdigte die Bedeutung des deutschen Einwegpfandsystems. Antje von Broock, Leiterin Abteilung Kreislaufwirtschaft, Immissionsschutz und Chemikaliensicherheit sagte:
„Das Pfandsystem leistet heute einen sehr wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. In der Praxis hat sich gezeigt: Das ist ein Erfolgsprojekt, was es zu erhalten gilt. Und das ist nicht zuletzt der Arbeit der DPG zu verdanken.“
DPG-Geschäftsführerin Susanne Kürschner hob hervor:
„Nach der Aufbauleistung ist es uns gemeinsam mit unseren Partnern immer wieder gelungen, das DPG-Pfandsystem nicht nur stabil zu halten, sondern es noch leistungsfähiger aufzustellen – resilient, zukunftsfähig und skalierbar. Das nehmen wir mit in den Austausch über langfristige, tragfähige Lösungen in ganz Europa.“
Zur Jubiläumsfeier am Berliner Spreeufer am 17. Juni 2026 hatte die DPG rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft geladen, vor allem aber die Vertreterinnen und Vertreter der vielen Systembeteiligten. Mit rund 20 Milliarden Verpackungen pro Jahr ist das deutsche Pfandsystem das derzeit größte Einwegpfandsystem der EU. Als Gründungs- und Vorstandsmitglied der European Deposit Return Systems Association (EDRSA) bringt die DPG ihre Expertise aus 20 Jahren Systembetrieb auch in den europäischen Austausch ein.
Der Vorsitzende des Beirats der DPG Marcus Rohde betont:
„Industrie und Handel ging es immer um eine stabile, faire, partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Akteure. Das deutsche Modell findet seit vielen Jahren auch im europäischen und globalen Kontext Beachtung und inspiriert Akteure der Kreislaufwirtschaft bei der weiteren Entwicklung von Pfandsystemen.“
Klare Standards und starke Partner
Die DPG organisiert als Systembetreiberin das bundesweit tätige, einheitliche Pfandsystem für Einweggetränkeverpackungen in Deutschland. Mit einheitlichen Standards schafft sie Rechtssicherheit für die Beteiligten und stellt das Fundament für reibungslose Prozesse zwischen allen Akteuren. Die Verlässlichkeit bei der Rücknahme gewährleistet eine von der DPG entwickelte Pfand-Sicherheitskennzeichnung. Als schlank aufgebaute, leistungsstarke Organisation stellt die DPG so sicher, dass das System stabil funktioniert, ohne selbst aktiv im Pfand- und Materialkreislauf eingebunden zu sein.
Die operative Umsetzung liegt bei den Marktteilnehmern: Sie meistern mit ihrer Expertise jeden Tag den Pfandkreislauf der Einweggetränkeverpackungen. Mehr als 1.000 Unternehmen sind dem DPG-System heute als Teilnehmer und Partner angeschlossen. Im Rahmen der verlässlichen Standards der DPG entwickeln auch sie ihre Prozesse beständig weiter. Sie sind eine tragende Säule des DPG-Pfandsystems.
Diese Verbindung aus klaren Systemregeln und unternehmerischer Umsetzung ist seit zwei Jahrzehnten das Erfolgsrezept für die Leistungsfähigkeit des deutschen Einwegpfandsystems. Verbraucherinnen und Verbraucher bestätigen dies Tag für Tag millionenfach durch ihre konsequente Rückgabe von pfandpflichtigen Einweggetränkeverpackungen.
1 Übersetzt aus dem Englischen