Für die meisten Verbraucher endet der Weg entleerter Einweggetränkeflaschen oder Getränkedosen am Rückgabeautomaten. Dass hinter dem Einwurfschacht eine viel spannendere Geschichte wartet, wissen die Wenigsten. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen.

 U.a. tonnenweise sortenreines Rezyklat, aus Kunststoffverpackungen gewonnenes Material, sowie Aluminium- und Weißblech – ein kaum endender Strom wertvoller Verpackungsmaterialien kann dank der Arbeit der DPG und der ihr angeschlossenen Systemteilnehmer immer wieder neu genutzt werden. Besonders überzeugend ist dieser Prozess des professionellen Upcyclings, wenn das Material im geschlossenen Kreislauf bleibt und beim Recycling nicht an Nutzenqualität einbüßt – zum Beispiel um zu einer Parkbank zu werden.

Verfolgen Sie den Weg einer gebrauchten Kunststoffflasche oder Getränkedose hier in unserem Video: Einwegpfand- und Wertstoffkreislauf

Am Rücknahmeautomaten – der Ort, an dem fast alle[1] bepfandeten Einweggetränkeverpackungen nach Gebrauch landen – startet zugleich ihr neuer Lebenszyklus. Nach dem elektronischen Erkennen des DPG-Logos und dem Einlesen des produktspezifischen Barcodes jeder Verpackung werden die gesammelten Flaschen und Dosen sortiert, zu großen Bündeln gepresst und in die Wiederaufbereitung transportiert.

Was geschieht mit den PET-Flaschen?

DPG PET RezyklatIm Jahr 2019 waren in Deutschland 18 Mrd. PET-Getränkeflaschen im Umlauf. Das entspricht 467,4 kt (eine Kilotonne/kt entspricht 1.000 Tonnen) gebrauchte PET-Getränkeflaschen, von denen 406,1 kt als bepfandete Einweg-PET-Flaschen über die nationale Wertstoffsammlung in den Materialkreislauf zurückgeführt wurden.[2] Diese Menge kann in hochspezialisierten Anlagen wiederaufbereitet werden. Dazu werden Etiketten gelöst, Metalle entfernt, die leeren Behälter nach Farben sortiert, gehäckselt, gewaschen und schließlich zu Flakes und später zu Kunststoffgranulaten verarbeitet. Und weil das Material schon mindestens einmal im Gebrauch war, spricht man bei den gewonnenen Kügelchen von Rezyklat. Und das kann im nächsten Schritt in fast jede gewünschte Form gepresst werden – am besten wieder in die einer Flasche. Der aufgedruckte Recyclingcode „PET 01“[3] verrät Ihnen in diesem Fall, dass es sich um PET (Polyethylenterephtalat) handelt. Dies ist ein  Material, welches für die Verpackung von Lebensmitteln geeignet ist. Und wird die rezyklathaltige „neue“ Einwegflasche nochmals mit einem bepfandeten Getränk befüllt, muss diese  auch wieder mit dem DPG-Logo gekennzeichnet werden – als Beweis und Garant, dass das Produkt fest in das deutsche Pfandsystem und den damit gesicherten Materialkreislauf eingebunden ist.

DPG Bloecke recyceltes AluminiumWas geschieht mit Aluminium und Weißblech-Getränkedosen?

Das Aluminium (Alu)- und Weißblech-Recycling geschieht in ähnlichen Prozessen wie die PET-Aufbereitung. Die gesammelten Dosen – auch UBCs, also Used Beverage Cans, genannt – werden gereinigt, entlackt und zu feinen Chips verarbeitet, die bei etwa 700 Grad Celsius zu flüssigem Rohaluminium geschmolzen und wieder zu dünnen Blechen ausgewalzt werden. So können aus einem Barren gebrauchter Getränkedosen rund 8.000 Meter Alublech und damit geschätzte 700.000 neue Getränkedosen entstehen. Der immense Vorteil dieses Verfahrens: Bei der Herstellung von Aluminium aus Altmaterial werden nur 5% der Energie verbraucht, die für die Produktion von Primäraluminium benötigt wird.[4]

 

Gemeinsam für die Umwelt

DPG Dosen RecyclingDas von der DPG aufgebaute und bereits seit 2006 in nachhaltige Materialkreisläufe eingebundene Pfandsystem für gekennzeichnete Einweggetränkeverpackungen leistet einen wesentlichen Beitrag zur Abfallreduktion und Ressourcenschonung. Die hohen Rücklaufquoten unterstreichen die breite Verbraucherakzeptanz und den ökologischen Erfolg des DPG-Systems. Doch die Wiederaufbereitung gebrauchter (Verpackungs-) Materialien ist schon längst nicht mehr nur eine Gewissensfrage.

Recycling als knallharter Wirtschaftsfaktor

Spätestens jetzt, in einer Zeit, in der Energie immer knapper und wertvoller wird, geht es beim Recycling auch um das Einsparen teurer Rohstoffe (insb. Öl und Gas) und um energieoptimierte Prozesse. Das DPG Pfandsystem und alle seine Mitgliedsunternehmen leisten auch in diesem Kontext einen wichtigen Beitrag, um den steigenden Bedarf an wiederverwendbaren Materialen zu decken.

 ****

  Mehr interessante Daten & Fakten

  • Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 467,4 kt = 18 Milliarden Stück PET-Getränkeflaschen verbraucht.[5]
  • „Über die verschiedenen Wege der Wertstofferfassung werden in Deutschland 458,0 kt Rein-PET gesammelt. Das entspricht einer Rücklaufquote von 98%“, das DPG-System gehört dabei zu den primären Rücklaufsystemen.[6]
  • Das DPG-System trägt im Wesentlichen zu einer Recyclingquote von 99,7% für Weißblech-Getränkedosen und 99,3% für Aluminium-Getränkedosen bei[7] sowie einer Recyclingquote von 97,4% für bepfandete Einwegflaschen.[8]
  • PET-Getränkeflaschen, die in Deutschland hergestellt werden, bestehen durchschnittlich zu rund einem Drittel (34,4%) aus recyceltem PET (rPET).[9]
  • 93-97% aller PET-Getränkeflaschen sind für ein Bottle-to-Bottle-Recycling (Erfassung höherwertiger Granulate, die bei der Herstellung von PET-Getränkeflaschen erneut verwendet werden) geeignet.[10]
  • rPET zählt heute zu den stark nachgefragten Kreislaufgütern. Je höher der Anteil des Rezyklats bei einer „neu“ hergestellten Getränkeverpackung, desto besser ihre Ökobilanz. Gelingt es, den Wertstoff PET möglichst lange im Kreislaufsystem der Lebensmittelindustrie zu halten, verwandelt sich das PET-Einwegpfandsystem de facto in ein System der Mehrfachnutzung des Rohstoffes.
  • Über 95%[11] aller umlaufenden PET-Einweggetränkeverpackungen bleiben in der Regel dank der Beteiligten des deutschen Einwegpfandsystems im Wertstoffkreislauf.

 ****

Quellenangaben:
[1] Dank des Pfandsystems werden fast 99 Prozent der pfandpflichtigen PET-Flaschen gesammelt, und das wertvolle Material wird wiederverwertet.“ https://www.forum-pet.de/zahlen-fakten/, gesichtet am 22.8.2022
[2] Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (2020): Aufkommen und Verwertung von PET-Getränkeflaschen in Deutschland 2019. S. 16.
[3] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/recyclingcode-das-bedeuten-die-symbole-auf-verpackungen-11941, gesichtet am 17.8.2022
[4] Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe "Aluminium. Informationen zur Nachhaltigkeit." (2020), S. 7.
[5] Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (2020): Aufkommen und Verwertung von PET-Getränkeflaschen in Deutschland 2019. S. 16.
[6] Ebenda (2020): Aufkommen und Verwertung von PET-Getränkeflaschen in Deutschland 2019. S. 17-19.
[7] Ebenda (2021): Recycling von Getränkedosen. Endbericht. S. 27.
[8] Ebenda (2020): Aufkommen und Verwertung von PET-Getränkeflaschen in Deutschland 2019. S. 33.
[9] Ebenda (2020): Aufkommen und Verwertung von PET-Getränkeflaschen in Deutschland 2019. S. 12, 13.
[10] Ebenda (2020): Aufkommen und Verwertung von PET-Getränkeflaschen in Deutschland 2019. S. 24.
[11]
Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung „Aufkommen und Verwertung von PET Getränkeflaschen in Deutschland 2019“ (2020), S.26.

 


Nächster Beitrag » Wie erkenne ich Einweg oder Mehrweg?